SPD-Fraktion Hofgeismar stimmt Neubaugebiet zu

Veröffentlicht am 15.03.2018 in Presse

SPD-Fraktion Hofgeismar setzt weiter auf Innenentwicklung, stimmt aber Neubaugebiet als angemessene Balance zwischen Innen- und Außenentwicklung zu

Die Verwaltung der Stadt Hofgeismar hat dem Parlament vorgeschlagen ein neues Baugebiet  auszuweisen, und, um es vorweg zu nehmen, die SPD-Fraktion stimmt sowohl der Flächennutzungsplan-Änderung, wie auch dem Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan zu.

Nun wird der SPD in Hofgeismar ja gerne mal nachgesagt, sie sei gegen Neubaugebiete und deshalb gilt es die Entscheidung näher zu begründen.

Richtig ist, dass wir Zeiten erlebt haben, in denen sich zu wenig um die Entwicklung der Altstadt gekümmert wurde. Leerstand von Wohnungen und Läden und Sanierungsstau waren die Folge. Und ja, zu dieser Zeit haben die Sozialdemokraten gesagt, es macht keinen Sinn immer nur Entwicklungen auf der grünen Wiese voranzutreiben, wenn wir uns nicht um unseren denkmalgeschützten Altbaubestand kümmern. Zu der Zeit war die SPD in Hofgeismar gegen Neubaugebiete, weil man ganz klar der Innenentwicklung Vorrang einräumt. Dabei geht es auch um Flächensparen im Außenbereich, vor allem aber dem Leerstand und dem Sanierungsstau, im Wesentlichen bei der Fachwerkbausubstanz, zu begegnen. Oder anders gesagt: die Innenentwicklungspotentiale wie Leerstände, Baulücken oder Potentialflächen durch Abriss abgängiger Bausubstanz vorrangig zu nutzen.

So war es die SPD-Fraktion, die die Erstellung eines Stadtentwicklungskonzeptes auf den Weg gebracht hat. Und das war doch sicher der richtige Weg, denn es zeigte anhand von dramatischen Zahlen einerseits die reale Situation, andererseits wurden Handlungspositionen aufgezeigt. Dieses Konzept war schließlich die Grundlage für die Aufnahme in das Programm Aktive Kernbereiche. Es wurden Projekte in einer zweistelligen Millionenhöhe beim Land Hessen zur Förderung angemeldet und ein eigenes Sanierungsprogramm auf den Weg gebracht und die Kosten dafür bei Aktive Kerne geltend gemacht. An über 40 Gebäuden im Altstadtbereich wurden dadurch Sanierungsarbeiten durchgeführt. Dazu kommen die großen Projekte, die direkt vom Land gefördert werden. 5 Projekte sind abgerechnet, 2 haben einen Vertrag und weitere 2 Projekte sind angemeldet.

In Hofgeismar wurde der erste Abschnitt der Fußgängerzone gebaut und zur Zeit wird gerade der zweite Abschnitt geplant. Man hat sich auf die Finanzierung von Markt 5 geeinigt. Das Petrihaus, wo die Grundsteinlegung kurz bevor steht, wird im Programm Aktive Kerne gefördert. Im Petriviertel hat es weitere Abrisse und große Neubebauungen gegeben. In der Brauhausgasse werden demnächst 3 abgängige Häuser abgerissen und es entstehen dort 3 Stadtvillen. Baulückenschließung erfolgt in den Straßen an den Ziegeleien und in der Leimenkaute. Und auch etwas weiter draußen gibt es Aktivitäten: Wicking wird abgerissen und dort entsteht Wohnbebauung und in der Industriestraße wird wahrscheinlich ein Hotel gebaut, statt eines Supermarktes weit außerhalb der Fußgängerzone, wie es die CDU wollte. Durch die Ausweisung des Sanierungsgebietes, also die Schaffung von steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten, haben sich bereits 40 Interessenten bei der Stadtverwaltung gemeldet. Das kann dann ja auch noch mal einen richtigen Schub geben. Und auf dem Bindergelände entstehen, nach jahrelangen Diskussionen im Parlament, gerade zwei große Wohngebäude.

Ja, Innenentwicklung ist deutlich aufwendiger und man braucht mehr Ressourcen wie Fördermittel, Personal, städtebauliche Beratungskompetenz und auch einen
langen Atem. Aber SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Nissen ist der Meinung, dass die aufgezeigten Beispiele zeigen, dass es sich lohnt.

Und so haben die Sozialdemokraten immer gesagt, wenn die Innenentwicklung aktiv betreiben wird und alle Potentiale und Ressourcen genutzt werden, dann kann es, wenn der Bedarf da ist, auch zu einer angemessenen Balance zur Außenentwicklung kommen.

Der Kämmerer hat den Bedarf dargelegt und auch die Bereitschaft der Bauwilligen die nicht optimale Ausrichtung der Flächen zu akzeptieren.

Und so freuen sich die Mitglieder der SPD-Fraktion, begleitet durch die Steuerungsgruppe Stadtentwicklung, weiter die Innenstadt von Hofgeismar zu entwickeln und gleichzeitig ein von der Anzahl her angemessenes Neubaugebiet auszuweisen.

 

 

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